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Warum kann E10 keine Erfolgsgeschichte werden?

09.09.11 (Umwelt und Beruf)

Es klang alles so vielversprechend. Die Politik versprach den Ausstoß von CO2 in Deutschland zu senken, in dem man dem Benzin mehr Bio-Ethanol beimischt. Und zwar anstelle von 5% eben jene 10%, die dem Benzin seinen Namen geben. Also hatte man ein Gesetz erlassen, mit dem die Mineralkonzerne gezwungen wurden, E10 herzustellen und auch zu verkaufen. Würden sie es nicht schaffen, gibt es Strafzahlungen.

Bis dahin gingen allerdings alle Informationen am Verbraucher vorbei und die Mineralölkonzerne stellen munter ihre ersten E10-Produkte her. Bis jemandem auffiel, dass Ethanol unter Umständen Kunststoffe spröde machen kann. Also waren die Autohersteller gefragt, sich mit E10 auseinanderzusetzen. Motivieren konnte sie die Politik allerdings nicht.

Also standen im Januar 2011 die ersten Verbraucher vor den Zapfsäulen und keiner wusste so recht, was Sache war. Eigentlich hätte hier die Politik für Aufklärung sorgen müssen, was jedoch nicht geschah. Und so langsam interessierte sich auch der Verbraucher für dieses Thema und musste einige Dinge feststellen, die das ganze Unterfangen in Frage stellt.

Man könnte natürlich bei dem Anbau von Bio-Ethanol anfangen, das, selbst wenn es nachhaltig und ökologisch produziert wird, immer noch Ackerfläche beansprucht, die in der heutigen Zeit recht knapp wird. Aber lassen wir diesen Aspekt mal beiseite und gehen davon aus, dass das Ethanol ökologisch einwandfrei produziert wird.

Ethanol hat einen schlechteren Brennwert als Benzin. Ergo steigt der Verbrauch – und mit zwei Prozent gar nicht mal so knapp. E5-Benzin ist im Schnitt drei Cent teurer. In der Summe kostet E5 also das gleiche wir E10 und niemand gibt dem Autofahrer eine Garantie, dass seinem Wagen langfristig nichts passiert, wenn er ausschließlich E10 tankt.

Der Benzinpreis wird also so oder so steigen: entweder der Verbraucher bleibt beim E5, dann müssen die Mineralölkonzerne Strafen zahlen, die auf die Verbraucher umgelegt werden. Oder der Verbraucher steigt auf E10 um, dann müssen die Mineralölkonzerne ihre Neuinvestitionen wieder reinbekommen (auch deren Kunststoffe werden poröser) und der Sprit-Verbrauch steigt.

 

Nun kommen die ersten Stimmen, die wissenschaftlich fundiert belegen, dass Bioethanol eher der Umwelt schadet als nützt. Das heißt, es gibt gar keinen Gewinner bei dieser Einführung. Die Politik bricht ihre Versprechen, die Umwelt nimmt eher Schaden als dass es ihr was nützt, die Autohersteller haben ihre Konformitäten für E10 verpennt und die Mineralölkonzerne müssen etwas verkaufen, was sie gar nicht herstellen möchten und bezahlen muss zum Schluss der Verbraucher.

 

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Der europäische Mineralölmarkt im Wandel

28.07.11 (Umwelt und Beruf)

Die aktuelle Situation auf dem Mineralölmarkt zeigt ein bizarres Bild. Dies zeigte zuletzt die Jahrestagung 2011 des Außenhandelsverbands für Mineralöl und Energie e.V, deren Vorträge im Internet öffentlich zugänglich sind.

Weltweit wird die Nachfrage an Mineralölprodukten die Produktion bis 2020 übersteigen. Auf der anderen Seite sind bis dahin Überkapazitäten in Europa von mehreren Million Barrel pro Tag entstanden, was einer Reduktion der Raffinerie-Kapazitäten von 5-30% bedeutet. Anders ausgedrückt heißt das, dass bis 2020 bis 6 Raffinerien stillgelegt und bis zu 17 Raffinerien verkauft werden.

Was sagt uns das? Zum einen wird deutlich, dass sich ein steigender Energiebedarf in Asien bilden wird. Dort wird es bis 2020 zu einer Unterversorgung kommen, obwohl dort derzeit fleißig neue Raffinerien gebaut werden. Zum anderen wird deutlich, dass es zu einer Verlagerung der Energieprodukte kommen wird. Denn wenn der Absatz an Mineralölprodukten abnimmt, so heißt das nicht, dass wir weniger Energie verbrauchen.

So gibt es Hypothesen, die z.B. vorhersagen, dass bis 2020 jedes vierte Auto über einen Elektromotor angetrieben wird. Gleichzeitig soll bis 2023 Deutschland sein Atomzeitalter beendet haben. Gleichzeitig wird der Benzinverbrauch um die Hälfte sinken. Auch hier wird es eine Verschiebung geben. Die fossilen Brennstoffe werden nun nicht direkt verbrannt sondern verstromt. Würde die mit Gasturbinen geschehen, so zumindest mit einem deutlichen höheren Wirkungsgraden als in einem Ottomotor oder Kohlekraftwerk.

Der Endverbraucher mag hier den Überblick verlieren – und sich täuschen lassen. Denn umweltfreundlich ist diese Tendenz nicht. Weniger CO2 wird jedenfalls nicht ausgestoßen und fossile Brennstoffe werden wie eh und je verbrannt.

Eines ist jedoch gewiss: der Markt ist in Bewegung wie nie zuvor.

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Hail to the King Baby

16.06.11 (Freizeit)

Am 10.06.2011 ging eine Ära der Computerspielgeschichte zu Ende. Nach 14 Jahren Entwicklungszeit wurde Duke Nukem Forever veröffentlicht. Ein großer Online PC-Spiele Versender teilte mit, dass somit die längste Vorbestellung in ihrem System aus dem Jahre 1998 endlich ausgeliefert werden konnte.

Was machte dieses Spiel aus?

Als der Vorgänger Duke Nukem 3D 1996 veröffentlicht wurde, so löste dieses Spiel, wie viele andere Ego-Shooter auch, diverse Kontroversen aus. Bei den Spielern galt das Spiel einfach nur als cool.
Es gab eine Identifikation mit der Spielfigur, dem Duke, der permanent einen coolen Spruch parat hatte. Es wurde die dritte Dimension im Spiel erstmalig konsequent genutzt und man konnte mit dem Jet-Pack sogar fliegen. Die Story wie auch die zur Verfügung stehenden Waffen waren komplett abgedreht.

Das faszinierende an DN3D war jedoch der Spielwitz. So implementierte man mehr oder witzige, manchmal aber auch anstößige und provozierende Elemente in dem Spiel. So konnte man Toiletten benutzen oder aber Bardamen bzw. Gogo-Girls Geldscheine zustecken, die daraufhin anfingen zu tanzen. Auf Ablehnung stieß jedoch vielerorts die Tatsache, dass man gefangene Frauen abschießen konnte, die als Gefangene eingesponnen in den Verstecken der Aliens hingen (was ergo in DNF auch nicht mehr funktioniert).

Der Spielwitz wurde durch einige Waffen verstärkt, deren Effekte bis heute seinesgleichen suchen. So war es möglich mit einem Shrinker die Gegner zu verkleinern, um diese anschließend zu zertreten.

Was macht dieses Spiel heute noch aus?

Im Grunde genommen genau das gleiche wie vor 14 Jahren. In DNF gibt es praktisch kaum eine Neuerung im Vergleich zu DN3D. Allerdings hat sich einiges in 14 Jahren Spiele-Entwicklung geändert. Da knarrt und knirscht es im Gebälk, denn mehr als Nostalgie ist bei DNF nicht übrig geblieben. Ohne DN3D und ohne 14 Jahre Entwicklung und ohne Ende eines der längsten Running Gags der Spielebranche wäre DNF in der Bedeutungslosigkeit versunken. Veraltete Technik, veraltetes Spielprinzip und zu konsolig brechen allen Shootern das Genick.

Allein die Beschränkung auf maximal zwei Waffen, die der Duke tragen kann und die Einführung von Speicherpunkten geben dem Duke kein würdiges Ende … apropos Ende, das Ende ist so abrupt vorbei, dass es vermutlich doch nicht zu Ende ist. Vielleicht sollte die Spielergemeinde auf weitere 14 Jahre Entwicklungszeit hoffen…?

Wertungen

Eigentlich gehört DNF nicht nach dem üblichen Muster bewertet. Es darf einen Ehrenpreis bekommen, dass es endlich fertig gestellt wurde. Und ein Ego-Shooter-Fan sollte sich das Spiel kaufen, um wenigstens ein bisschen nachvollziehen zu können, was der Hype um den Duke ausmachte.

Sehr viel mehr sollte man allerdings nicht erwarten, was ich sehr Schade finde, denn der Duke hätte ein würdigeres Ende verdient.

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Urlaub auf dem Bauernhof

15.06.11 (Allgemeines, Freizeit)

Wenn wir uns mit unseren Kindern Bauernhofbücher anschauen, so bekommen wir ein Bild von einem voll bewirtschafteten Bauernhof präsentiert. Dieser Bauernhof ist voller Leben. Es werden die Tiere gefüttert, Ställe entmistet, Trecker fahren durch die Gegend und bestellen die Felder. Große und kleine Tiere wollen eben versorgt werden.

Wenn man nun solch einen Urlaub bucht, dann versprechen einem die Familien der Bauernhöfe, dass man eben genau dieses Bauernhofleben miterlebt.

Bauernhof-Urlaub Nr. 1 versprach eben solch einen Urlaub. Es gibt Spielgeräte für die Kinder, Ziegen und Kühe und mehrere kleinere Tiere zum Streicheln wie z.B. Kaninchen. Eine Fahrt mit dem Trecker ist selbstverständlich kein Problem. Der Hof ist voll bewirtschaftet und es ist immer Leben in der Bude. Soweit die Anpreisungen.

Kaum in der Ferienwohnung auf dem Bauernhof angekommen, wurde erst mal ein erster Eindruck gewonnen: zwei Trecker standen in der Scheune, die Kühe standen auf einer großen Weide weit entfernt, die Ziegen auf einer etwas kleineren Weide direkt nebenan. Die Kaninchen waren in ihren Käfigen schön aufgereiht an einer Hauswand postiert. Es gab sogar Hühner in einem großen geschlossenen Hühnerstall.

Soweit, so gut. Nach und nach erschlossen uns nun die „Aber“ dieses Hofes:

  • Die Kaninchen bissen und die Käfige waren mit entsprechenden Warnschildern ausgestattet.
  • Die Kühe hatten Angst vor Menschen und nähersten sich dem Stall nicht auf 300 Meter, wenn wir in der Nähe waren.
  • Die Ziegen durften nicht gefüttert werden.
  • Die Spielgeräte auf dem Hof waren in einem desolaten Zustand, so dass wir nicht nur Angst um die Gesundheit unserer Kinder hatten sondern auch zugleich die Kinder schnell das Interesse an defektem Spielzeug hatten.

Das interessante an diesem Hof: es gab gar kein Leben. Das Highlight war das Eier sammeln im Hühnerstall, wobei es für kleinere Kinder in einem mit Hühnern gefüllten Stall schon etwas mulmig wird. Das zweite Highlight war eine 15-Min-Fahrt mit einem Trecker.

Ansonsten war dieser Hof menschenleer, die Tiere mehr oder weniger sich selbst überlassen. Die Trecker standen den ganzen Tag in der Scheune oder wurden nur dann und wann zum Stroh einsammeln bewegt, wo man dann aber nicht mitfahren durfte.

Außerdem machte der Bauer einen leicht unorganisierten Eindruck. Überall auf dem Hof gab es Minibaustellen, die angefangen, aber nicht beendet wurden. Mal stand hier ein Haufen Sand, dort ein paar Steine, da eine halb angefangene Mauer. Leider gab es in der Umgebung recht wenig zu erleben, so dass wir unsere Zeit damit verbrachten, Unmengen an Heu und Löwenzahn zu den Ziegen zu karren – mit Einverständnis des Bauern natürlich.

Kaum ein Jahr später probierten wir nochmal unser Glück mit Bauernhof Nr. 2. Dieses Mal erkundigten wir uns explizit nach den Freizeitmöglichkeiten auf dem Hof. Auch dieser Hof versprach vieles: Spielmöglichkeiten selbst für die Kleinsten, viele Fahrzeuge, Kühe, Schweine, Ziegen, Pferde zum Ponyreiten.

Als wir an diesem Domizil angekommen waren, machten sich nach und nach ebenfalls die „Aber“ breit. Der Spielplatz lag vollkommen ungeschützt auf einem Hügel, auf dem ein kalter zugiger Wind hinweg fegte. Die Tiere in den Ställen standen knietief in ihrem Mist und waren von oben bis unten besudelt. Auf Rückfrage bei Bauern werden die Ställe nur alle vier bis sechs Wochen entmistet. Das Heu, das die Tiere zu Fressen bekamen war schon gut am modern und es lag ein Dunst vermoderndes Heus über dem Hof. Die Schweine standen in einem recht kleinen ebenfalls nicht entmisteten Stall dicht an dicht.
Allein der Stall der Pferde wurde täglich entmistet. Aber auch bei den Pferden gab es ein Aber. Sie wurden nicht mehr geritten sondern es setzte sich nur noch ab und wann ein Gast auf das Pferd.

Auf diesem Hof kam verstärkt hinzu, dass man sich sehr unwillkommen fühlte. Egal, ob man den Bauern oder die Bauersfrau oder die Oma des Hofes etwas fragte, so bekam man immer kurz angebundene knappe Antworten. Unweigerlich bekamen wir das Gefühl, die Familie zu stören.

Die Highlights auf diesem Hof waren eine 10-Minuten-Treckerfahrt in einen Wald, wo wir dann aber aussteigen und 45 Min zugucken mussten, wie der Bauer recht umständlich Baumstämme sortierte und eine weitere Treckerfahrt von 5 Minuten Dauer, um dann wieder eine geschlagene Stunde dem Bauern zuzuschauen, wie er in einer anderen Scheune noch umständlicher seine Anhänger zu sortieren. Offenbar hatte der Bauer keinerlei räumliches Verständnis, wie seine Gefährte in einer Scheune aussehen könnten. Erfahrungen aus dem Vorjahr schien er vergessen zu haben.

Das Ponyreiten sollte eigentlich ein Highlight werden, aber die Oma des Hofes scheuchte das Pferd derart um den Hof herum, dass nicht nur unser Sohn fast vom Pferd gefallen ist sondern dass er nach einer Runde auch schon lieber vom Pferd runter wollte (obwohl er Ponyreiten liebt).

Ebenfalls hätte die Geburt der Kälber ein Highlight sein können. Wenn die Kälber nicht halb im Schlamm des Stalls versunken wären. Sehr schön auch die Fütterung: so fuhr der Bauer mit einem kleinen Mini-Trecker in fünf Minuten durch den Stall und gab den Tieren das Heu und stellte den separierten Kälbern ihre angerührte Aufzuchtmilch hin. Die Kälber wurden nach Aussage des Bauern zu ihrem Schutze separiert. Dass die Milch allerdings von den Hofhunden getrunken wurde und sich drei Kälber anstelle von drei Eimern eineinhalb teilen mussten, hatte der Bauer nicht mitbekommen. Wir wollten ihn zwar drauf hinweisen, aber da fuhr er schon wieder weg: auch mal im Dorf präsent sein und bei der freiwilligen Feuerwehr einen trinken gehen.

Man könnte jetzt meinen, dass es zwei Einzelfälle sind, aber wenn wir uns so umhören, so scheint das eher die Regel. Wir haben sogar noch Glück gehabt, weil wir in die Kuhställe gehen dürften. Andere Eltern berichten da ebenfalls von ihren Erfahrungen vom Bauernhofleben, das keines ist.

Liebe Bauern, bitte versteht das nicht falsch. Wir wollen kein geführtes Programm und euch auch nicht an der Arbeit hindern. Ganz im Gegenteil, wir wollen aktiv miterleben, was es auf dem Bauernhof zu tun gibt und auch in die Arbeiten mit eingebunden werden.

Wer also einen Bauernhof kennt, wo Tiere nicht in ihrem Mist knietief stehen müssen, wo wirklich auch tagsüber Leben ist, wo Kinder auch etwas erleben, was es nur auf einem Bauernhof geben kann, der möge doch bitte einen Kommentar hinterlassen.

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Spenden für soziale Projekte

10.06.11 (Allgemeines)

Es gibt viele Motivationen, warum ein Mensch Geld spenden möchte. Nicht selten haben sich die Menschen „ihre Organisation“ ausgeguckt und spenden regelmäßig. Ich selbst habe immer wieder Projekte vorgestellt, von denen ich dachte, dass sie unterstützenswert sind.

Diese Idee hatten auch andere und haben sie in einem größeren Stile umgesetzt. Mehr oder weniger zufällig bin ich auf die Internetplattform de.betterplace.org gestoßen, die eben genau das macht. Hier werden zahlreiche Projekte vorgestellt, die auf Spendenunterstützung angewiesen sind.

Neben den vielen zahlreichen Vorteilen dieser Plattform, die auf deren Internetseite nachlesbar sind, möchte ich zwei herausstellen.
Der eine: man sieht sofort, welches Projekt man unterstützt. Man kann sich informieren, wo das Geld hingeht und kann sich auch sicher sein, dass es eben dort auch ankommt. Der andere Vorteil liegt darin, dass auch kleinere Projekte unterstützt werden können, die nicht viel Geld verschlingen.

Zusammen mit einer komfortablen Filtersuche auf der Plattform kann man sehr gezielt sein Geld spenden, ohne dass man die Angst haben muss, dass das Geld irgendwo im grauen Bürokratiesumpf einer Organisation versickert.

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karstadt.de – oder wie schlechter Service aussieht

07.06.11 (Verbraucherschutz)

Stell Dir vor, Du kaufst bei einem Online-Händler ein paar Gläser und lässt sie Dir nach Hause senden. Dort angekommen, stellst Du fest, dass die Gläser nicht Deinen Wünschen entsprechen und trittst vom Kauf zurück. Soweit, so ein ganz normaler Onlinekauf-Vorgang, wie er in Deutschland vermutlich hunderte Mal pro Tag vorkommt.

 Nun stellst Du Dir vor, dass der Onlinehändler karstadt.de ist und schon nimmt das Dilemma seinen Lauf.

Karstadt.de schickte diese Gläser direkt im Karton des Herstellers ohne weitere Papiere. Die Rechnung gabs per Mail. In diesem tritt man am besten auch per Mail vom Kauf zurück und fragt nach den Rücksendemodalitäten. Mitarbeiter 1 antwortet, ich möge doch bitte den beigefügten Rücksendeschein verwenden. Dieser lag wie erwähnt nicht bei.

Also wurde kurz und knapp mitgeteilt, dass dieser Rücksendeschein der ursprünglichen Sendung nicht beigefügt war. Daraufhin meldete sich Mitarbeiter 2, dass der Schein unterwegs sei und spätestens in einer Woche eintreffen sollte.

Als nach zwei Wochen kein Rücksendeschein angekommen war, wurde kurz per Mail nachgefragt, wie denn der Bearbeitungsstatus war. Es antwortet und Mitarbeiter 3, dass wir für die Rücksendung der Ware doch bitte den Rücksendeschein verwenden sollen, der der ursprünglichen Sendung beigefügt war. Aha.

Also wurde eine recht eindeutige Mail geschrieben, dass dieser Rücksendeschein der Sendung nicht beigefügt war und dass dies der Serviceabteilung schon mittgeteilt wurde. Auf diese Mail kam keine Reaktion.

Zwischen dem Kauf im Onlineshop und dieser Mail waren mittlerweile 10 Wochen vergangen, ohne dass es den Servicemitarbeitern von karstadt.de klarzumachen war, dass ihre Rücksendemodalitäten so nicht funktionieren können.

Nach weiteren sechs Wochen ist irgendjemandem bei karstadt.de aufgefallen, dass noch kein Geldeingang verbucht wurde. Ein zentrales Computersystem scheint man dort nicht zu besitzen, wo alle Vorgänge zu einem Bestellvorgang erfasst werden. Warum genau zu diesem Zeitpunkt eine Zahlungserinnerung kam, bleibt im Dunkeln. Auf diese Zahlungserinnerung, die per Mail versendet wurde, haben wir sofort reagiert und nochmals versucht, den Sachverhalt zu erklären. Wir bekamen eine Antwort von Mitarbeiter 4, dass wir die Ware mit dem der ursprünglichen Sendung beigefügten Rücksendschein an Karstadt zurücksenden mögen.

Ojemine, das bedeutet nichts Gutes. Offenbar werden die Mails bei Karstadt ausgedruckt, abgeheftet und die Ordner nach vier Monaten entsorgt. Also haben wir nochmals per Mail den Sachverhalt erklärt, dass die Gläser nur auf den angekündigten Rücksendeschein warten.

Dann passiert etwas witziges. Karstadt.de hat es dann nicht nur geschafft eine Rücksendung zu beauftragen, sondern hat auch gleichzeitig eine Mahnung rausgeschickt. Beides kam quasi gleichzeitig an, aber offenbar waren hier unterschiedliche Abteilungen am Werke und da es bei karstadt.de offenbar kein zentrales Computersystem gibt, wussten offenbar die Bearbeiter nichts voneinander.

Wir haben selbstverständlich die Gläser so schnell wie möglich zurückgesendet und dachten, dass damit die Angelegenheit erledigt ist, aber es gibt offenbar bei karstadt.de nicht nur eine linke und eine rechte Hand, die nicht voneinander wissen, sondern es gibt offenbar zwei linke Hände. Anders ist es nicht zu erklären, dass zuletzt eine zweite Mahnung ins Haus flatterte.

Zum Glück haben wir eine Sendungsnummer und können belegen, dass die Gläser zumindest im Rücksendezentrum von karstdt.de angekommen sind. Nun haben wir nicht per Mail sondern per Post geantwortet. Wir sind gespannt, was nun kommt.

Wie auch immer das Dilemma ausgehen wird, so viel Inkompetenz und Unkoordination habe ich noch nie bei einem Onlineshop erlebt. Verwundern tuts da nicht, dass das Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten ist. Denn es gibt nur eine einzige Empfehlung zu karstadt.de: Finger weg von einem Einkauf in diesem Onlineshop!

Hinweis: Ja, ich weiß, im Internet wird nur gemeckert. Deshalb an dieser Stelle ein paar Empfehlungen: bei Amazon ist das noch nie noch nicht mal annähernd passiert. Dort gibt es eine vernünftige Abwicklung von Rücksendungen, selbst bei den Marketplace-Anbietern. Selbst Rücksendungen in einem Computerspiele-Onlineshop wie Okaysoft funktionieren unkomplizierter, obwohl Software generell speziellen Rücksendebedingungen unterliegen.

Update 09.06.: Sehr interessant: nun hat uns Karstadt gemeldet, dass sie unsere Retoure erhalten haben und umgehend das Geld an uns überweisen werden. Das riecht nach einer weiteren Mahnung…

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Spritpreise – des Deutschen liebster Aufreger

01.06.11 (Umwelt und Beruf, Verbraucherschutz)

Selten wird über etwas mehr gewettert als über die Spritpreise in Deutschland. Ist doch klar, dass sich die großen Mineralölkonzerne untereinander absprechen. So zumindest der allgemeine Tenor.

Dem wollte das Bundeskartellamt gründlich nachgehen und hat über drei Jahre hinweg eine Sektoruntersuchung in vier Beispielregionen durchgeführt, um der Preisabsprache der Konzerne auf die Spur zu kommen. Kürzlich hat das Bundeskartellamt die Ergebnisse veröffentlicht.

Noch vor gut einem Jahr ließ das Bundeskartellamt durchblicken, dass es auf eine heiße Spur gestoßen ist, die die Mineralölkonzerne entlarven wird. Wussten wir es doch alle!

Wie ernüchternd nun dieses Ergebnis: die Ölkonzerne BP (Aral), ConocoPhillips (Jet), Exxon Mobil (Esso), Shell und Total sprechen ihre Preise nicht ab, bilden aber ein marktbeherrschendes Oligopol.

Was ein Oligopol ist, erklärt Wikipedia und zeigt gleichzeitig, dass ein Oligopol in Deutschland keine wirkliche Besonderheit ist.

Dabei geht das Bundeskartellamt sogar noch zu weit, wenn es von einem Oligopol spricht. Gerne möchte sich jeder als Freund des Autofahrers sehen. Wer den Nerv des Autofahrers trifft, der hat seine Stimme. Das wissen auch die Politiker. Nun hat das Bundeskartellamt allen kommenden Wirtschaftsministern und den Automobilclubs den Wind aus den Segeln genommen. Der einzige Vorwurf der bleibt, ist aber lediglich das Abschauen des Preises untereinander.

Wer aber einmal von einem gefragten Elektronikartikel die Preise in den Internet-Preissuchmaschinen hat suchen lassen, der weiß, dass alle untereinander die Preise abschauen – aber funktioniert nicht gerade auch so der Wettbewerb?

Das Bundeskartellamt hat seine Ergebnisse im Internet als Häufige Fragen zum Thema Kraftstoffpreise zusammengefasst.

Obwohl man merkt, dass das Amt versucht ist, die Situation so kritisch wie möglich darzustellen, gibt es kaum Unterschiede zur Darstellung der Preisgestaltung der Mineralölkonzerne selbst, wie die Seite der Shell zeigt.

Worüber ich mir viel mehr Sorgen machen ist die Frage, weshalb Super Benzin genauso teuer ist wie Diesel (wenn man die Steuern abzieht) und was aus der Forderung der EU wird, die eben diese Diesel-Subvention angeprangert hat. Fällt diese Subvention weg, werden alle Vorteile eines Dieselfahrzeugs hinfällig.

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Alles hat ein Ende – ein Rückblick

19.05.11 (Elternzeit)

„Wie war es?“ „Bist Du froh, wieder hier zu sein?“ „Na, endlich vorbei, was?“ „Hättest Du es auch noch länger machen wollen?“ „Die Zeit ist bestimmt schnell vergangen.“

Das waren die Reaktionen meiner Arbeitskollegen, als ich nach meiner Elternzeit wieder im Büro aufgeschlagen bin. Ja, die Zeit ist recht schnell vergangen und ja, ich hätte sie durchaus verlängern wollen. So meine Antworten auf die gestellten Fragen. Unwahrscheinlich, dass ich nochmal so viel Zeit am Stück mit meinen Kindern verbringen kann.

Und welche Auswirkung hatte diese Abwesenheit nun auf meine Arbeit? Zum Glück eben so, wie es alle erwartet hatten. Diverse kurzfristige anfallende Aufgaben konnten kurzfristig von Kollegen gelöst werden, mittel- und langfristig angesetzte Aufgaben stapelten sich im E-Mail-Postfach und auf dem Schreibtisch.

Nach der Elternzeit kann ich ehrlich gesagt alle Gegner noch viel weniger verstehen, warum um diese Zeit solch ein Gewese gemacht wird. Es steigert erheblich die Lebensqualität aller Beteiligten und die jeweiligen Einblicke in die andere Welt erhöhen das Verständnis auf allen Seiten.

Ich behaupte einfach mal, dass jeder, der bewusst Kinder in die Welt setzt, sich auch daran erfreut, diese wachsen zu sehen. Zu sehen, wie sie mit jedem Tag ein Stückchen ihrer Umwelt besser verstehen und wissbegierig alles Neue in sich aufsaugen. Das hilft einem selbst auch die Dinge mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Dafür reicht es manchmal sogar aus, sich einfach auf Augenhöhe zu begeben.

Verstehen kann ich all die Arbeitskollegen von mir, die sagen „hätte ich doch auch Elternzeit genommen“. Und ich kenne keinen, der von sich aus behauptet, dass er diese Zeit bereut.

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Darf’s ein bisschen mehr sein?

07.04.11 (Elternzeit)

Viele Väter genießen es, wenn sie „ihre beiden Vätermonate“ in Elternzeit sind. Zwei Monate klingt viel. Wenn man aber mittendrinnen ist, so werden zwei Monate sehr wenig. Die Kleinen entwickeln sich in den ersten 36 Monaten so schnell, dass sie am Ende der Elternzeit oftmals einen Quantensprung in ihrer Entwicklung hingelegt haben. Und der Vater war live dabei. Vielleicht kam ja sogar das erste Wort oder die ersten Schritte beim Papa. Das sind Momente, die niemand ersetzen kann.

Und die Rechnung ist recht simpel: je länger die Elternzeit, umso mehr solcher Momente gibt es. Und es ist eine Zeit, die es kein zweites Mal geben wird.  Es wird keine Wiederholung geben und keine zweite Chance. Deshalb kann ich nur jedem raten, der für sich diese Möglichkeit sieht, die Elternzeit ein bisschen zu verlängern. Vielleicht kann man(n) ja auch drei Monate von der Arbeit fern bleiben? Ich kann dies nur jedem empfehlen!

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Bevölkerungsexplosion – was kann ich tun?

10.03.11 (Allgemeines, Umwelt und Beruf)

Die Bevölkerung der Erde wächst und wächst. In diesem Jahr auf die erstaunliche Zahl von sieben Milliarden Menschen. In 40 Jahren wird eine Weltbevölkerung von 10 Milliarden erwartet, eventuell etwas niedriger. Unabhängig von der absoluten Zahl stellt sich die Frage: „Wieviele Menschen verkraftet die Erde?“

Woran möchte man das festmachen? Rein platzmäßig wäre dies sicher weniger ein Problem. Der Mensch kann durchaus auch in unwirtlichen Regionen heimisch werden. Es wird eher ein Ressourcenproblem sein, wenn alle Menschen den gleichen Lebensstandard erreichen möchten, der ihnen von den Industrienationen vorgelebt wird. Auf dem Weg dahin werden nicht nur weiterhin die Ressourcen der Erde ausgebeutet sondern auch die Umwelt nachhaltig verändert – mit ungewissem Ausgang. Der Klimawandel ist schon in vollem Gange und niemand vermag zu sagen, wie er sich innerhalb der nächsten 40 Jahre weiterentwickeln und welche Folgen dieser haben wird.

Eines ist jedoch sicher: die aufstreben Staaten nehmen sich die Industrienationen zum Vorbild. Vor allem die Schwellenländer China, Indien und Brasilien halten den Industrienationen gern die Spiegel vor die Nase. Getreu dem Motto, „das was ihr habt, wollen wir auch“, streben die Staaten zum gleichen Wohlstand, in dem wir leben. Verübeln kann man das den Staaten nicht.

Allerdings muss man den Staaten sagen: „macht nicht die gleichen Fehler wie wir“. Denn unseren Wohlstand muss die Welt teuer bezahlen. Angefangen beim anthropogenen Klimawandel bis hin zur Lebensmittelknappheit.

Sehr interessant sind die Studien, die belegen, dass der Klimawandel hauptsächlich von den Industrienationen beeinflusst wird und von den Schwellenländern beeinflusst werden wird. Das heißt im Umkehrschluss, dass es hinsichtlich des Klimawandels herzlich egal ist, wieviele Menschen in z.B. Afrika leben.

Und da kommen wir ins Spiel.

Mit „Wir“ meine ich jeden einzelnen Bürger eines Industriestaates, jeden Europäer, jeden Bundesbürger. Wir können mit unserem Verhalten das Geschehen in der Welt beeinflussen. Wir machen es uns oftmals einfach: Afrika ist weit weg, die Hungerkrisen in unerreichter Ferne. Aber wir beeinflussen den Warenfluss mit dem, was wir kaufen. Müssen wir wirklich Obst und Gemüse aus den Regionen kaufen, die unter extremer Trockenheit leiden? Müssen wir wirklich vier Mal in der Woche Fleisch essen? Muss es immer das 250g-Steak sein? Können wir uns nicht von dem ernähren, was unsere Region uns bietet?

Ja, das können wir. Wir müssten natürlich auf das ein oder andere verzichten und bei manchem Obst funktioniert es nicht. Orangen und Bananen im Winter sind ein wichtiger Vitamin- und Energielieferant, Erdbeeren im Herbst aber absoluter Unsinn.

Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch einfallsreich genug ist, dass die Erde auch 10 Milliarden von uns verkraftet. Aber es muss jeder etwas dafür tun.

 

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